Der Dorfbrunnen
Der Künstler hat der Gemeinde einen Brunnen zum Begreifen, zum Annehmen, als spielerisches Element zwischen Wasser und Kunst angeboten, bei der Fröhlichkeit und Lebensfreude sprudelnd auf den Betrachter überspringen sollen. (Bürgermeister a. D. Elmar Weiller, Festschrift Brunneneinweihung Mai 1989)
Wissen für schlaue Köpfe
Der Dorfbrunnen ist ein wunderbarer Treffpunkt für die Menschen geworden. Früher war hier ein alter Garten und zur Straße hin eine Mauer. Heute kann man spielen, klettern und sich auch mal mit Wasser bespritzen. Warst du schon mal auf dem Herxheimer Motorradrennen? Dafür steht das Motorrad. Früher gab es auch Pferderennen auf der Rennbahn, doch diese Zeiten sind vorbei. Die Pflanze in der Mitte ist eine übergroße Tabakpflanze mit eigentlich rosa Blüten. Das Einhorn kennst du sicher als Fabelwesen. Es wird oft in der französischen Kunst benutzt. Und wenn du im August zur Laurentius-brotweihe auf den Kirchberg gehst, wirst du viele Brotkörbe mit Brot auf einem Wagen sehen. Sie werden auch heutzutage noch aus Dankbarkeit für die Hilfe während einer Hungersnot zu unseren Nachbardörfern gebracht. Und natürlich kann man hier am Dorfbrunnen auch ein leckeres Eis essen.

Weiterführende Information
Ein Rumpf-Brunnen für Herxheim
Der Brunnen wurde 1989 von dem Künstler Prof. Gernot Rumpf und seiner Frau Barbara gestaltet. Die blühenden Tabakpflanzen, ein Motorradgespann, ein Rennpferd mit Sulky, ein Einhorn und ein Brotkorb erzählen Herxheimer Geschichte(n).
© Heidi. Kommunikation + DesignDer von Barbara und Prof. Gernot Rumpf gestaltete Brunnen bildet mit der Villa Wieser das lebendige Herz Herxheims."Kunst ist für alle"
Kunst für alle ist und bleibt ein schwieriges Unterfangen. (Bürgermeister a. D. Elmar Weiller)
Der Dorfbrunnen als erlebbarer Mittelpunkt in der Ortsmitte zwischen Villa Wieser und Rathaus ist ein faszinierendes Kunstwerk und ein lebendiger Treffpunkt. Die großen Bronzeplastiken und die kleinen Brunnenmäuse laden zum Entdecken, Berühren und Klettern ein. Wasserfontänen, die aus den Plastiken in unterschiedlicher Weise hervorquellen, spritzen, sprudeln oder auch in den Becken ruhen, sorgen für Frische und Abkühlung.
Der Brunnen verbindet die Historie und Lebenswelt des Dorfes mit künstlerischer Kraft und schafft einen atmosphärischen Platz voller Energie, Geschichte und Begegnung.
Die Symbolik repräsentiert einige Facetten unserer Gemeinde. Die blühenden Tabakpflanzen im Zentrum und die Tabakhasen erinnern an die lange, aber vergangene Tradition des Tabakanbaus in Herxheim. Das Rennpferd mit Sulky zeigt die frühere Verbundenheit zum Pferdesport und das Motorrad erinnert daran, dass mit dem Sandbahnrennen an Christi Himmelfahrt eine weit bekannte und beliebte Sportveranstaltung ausgetragen wird. Der Brotkorb steht für ein altes Gelübde: In Zeiten der Pest im 30jährigen Krieg legten die Menschen der umliegenden Dörfer Brot an den Herxheimer Gemarkungsgrenzen im Norden ab, um die an Pest erkrankten Menschen vor dem Hungertod zu retten. Noch heute findet im Gedenken daran jährlich im August die Laurentiusbrotweihe und anschließend die Verteilung von geweihtem Brot statt.
© Heidi. Kommunikation + DesignWährend der Pest im Jahr 1666 wurden die Herxheimer von Menschen aus anderen Orten mit Lebensmitteln versorgt. Dafür steht der Brotkortb.Das Einhorn schließlich deutet die Kunstgeschichte und den französischen Stil der Villa Wieser an: Das Fabelwesen aus dem Reich der Fantasie ist oft auf französischen Tapisserien (Wandteppichen) abgebildet und erinnert an die Nähe zu Frankreich.
