Kriegergedächtniskapelle
In Herxheim sind die Schullocalitäten in schlechtem Zustand, und es muss der Gemeinde nachdrücklich aufgegeben werden, für deren Verbesserung zu sorgen. (Egon Ehmer, Mitteilungsblatt 27/1988)
In Herxheim sind die Schullocalitäten in schlechtem Zustand, und es muss der Gemeinde nachdrücklich aufgegeben werden, für deren Verbesserung zu sorgen. (Egon Ehmer, Mitteilungsblatt 27/1988)
Früher stand auf dem Kirchberg das Herxheimer Rathaus. Im Rathaus hatte der Bürgermeister sein Büro und es war auch ein einziger Schulsaal eingerichtet. Es war sehr wenig Platz, manchmal mussten 100 Schülerinnen und Schüler in diesem einen Raum lernen. Die Schulklassen mussten im Wechsel zum Unterricht kommen. So wurde entschieden, dass das alte Schulhaus abgerissen und eine neue große Schule gebaut wird. Die neue Schule entstand dort, wo heute das Rathaus ist. An Stelle der alten Schule wurde die schöne Kapelle mit den dorischen Säulen gebaut. Am Anfang hatte hier der Dorfpolizist sein Büro und eine Gefängniszelle war auch gleich dabei. Im Jahr 1960 wurde die Kapelle zu einem Erinnerungsort für alle getöteten und vermissten Soldaten der letzten Kriege. Auf großen Tafeln im Inneren der Kapelle stehen ihre Namen.

Die Kriegergedächtniskapelle auf dem Kirchberg wurde im Jahre 1831 am Platz des früheren Schul- und Rathauses als Wacht- und Arresthaus errichtet. Sie weist klassizistische Merkmale auf: ein Portikus mit vier dorischen Säulen, auf dreistufigem Vorbau stehend, nach oben verjüngende Fenster. Dieser Baustil war auf Wunsch König Ludwigs I. nach Plänen des Baukunstausschusses München unter Leitung von Leo von Klenze gewählt worden.
1921/22 erfolgte der Umbau zu einer „Kriegergedächtniskapelle“, der Innenraum wurde 1960/61 umgestaltet. Die Neugestaltung des Kirchbergs in den Jahren 1985-86 brachte zudem eine Veränderung der Vorfläche der Kapelle mit sich.
Die Ausstattungselemente sind ein schmiedeeisernes, verglastes Tor und ein Sandsteinblock mit den Jahreszahlen der Kriege 1870/71, 1914/18, 1939/45; An den Wänden im Inneren finden sich auf Bronzetafeln die Namen der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege. Den Tafeln zufolge kostete der Erste Weltkrieg 190 und der Zweite Weltkrieg 340 jungen Herxheimern das Leben. Die Namen verraten, dass manchmal aus einer Familie mehrere Personen starben. Eine Nische zeigt eine spätgotische Kreuzigungsgruppe.
Jährlich findet am Volkstrauertag (zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag) im Rahmen einer Zeremonie eine Gedenkstunde mit Kranzniederlegung vor der Kapelle statt. Erinnert wird an die Opfer von Gewalt und Krieg aller Nationen.